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Taijiquan-Zum Weiterlesen

Was ist Taijiquan?

Taijiquan (Tai Chi Chuan) ist eine alte chinesische Kampf- und Bewegungskunst, die Gesundheitsaspekte, Philosophie, Selbstverteidigung, Meditation und allgemeine Lebenspflege in sich vereint.
Charakteristisch sind die weichen, fließend runden Bewegungen.

Der Name setzt sich aus zwei Teilen zusammen. Der Begriff “taiji” wird meist übersetzt als “höchstes Ganzes” und beschreibt die Harmonie der beiden gegenpoligen Energien yin und yang. “Quan” bedeutet Faust (-kampf). Somit ist Taijiquan eine Kampfkunst im Sinne des Taijiprinzips.
Ein Aspekt des Trainings ist es bei äußerer Bewegung zu innerer Ruhe zu finden und andererseits bei äußerlicher Ruhe, innere Bewegungen wahrzunehmen. Das kann unter anderem bedeuten, dass es im Verlauf des Trainings besser gelingt, eigene Anspannungen zu erkennen und zu lösen.
Durch gezielt geleitete Aufmerksamkeit entsteht ein natürlicher Bewegungsfluß. Bewegungen werden zunehmend entspannter und körpergerechter ausgeführt. Dadurch wird der Fluß der inneren Energie (Qi) gefördert.
Taijiquan wird als “innere Kampfkunst” bezeichnet, da Selbstverteidigungsbewegungen mit der Führung innerer Energie verbunden sind.

Die Übungen des Taijiquan wirken positiv auf das allgemeine Wohlbefinden und fördern eine ganzheitliche Entwicklung von Körper und Geist.
Taijiquan ist für jung und alt gleichermaßen auszuführen.

Historische Entwicklung

In seiner ursprünglichen Form entwickelte sich Taijiquan vor ca. 350 Jahren als Kampfkunstsystem der Chen-Familie durch die Kombination von Kampfkunst, traditioneller chinesischer Medizin (Qigong) und daoistischer Philosophie (Chen Wanting, 1597-1664). Es wurde viele Jahre nur in der Chen-Familie weitergegeben. Der erste Schüler, der nicht der Chen-Familie angehörte, war Yang Luchan (1799 – 1872). Durch ihn und seine Nachkommen sowie auch durch Angehörige der Chen-Familie verbreitete sich diese Kampfkunst über China und letztlich im 20. Jhd. weltweit. Heute unterscheidet man verschiedene Stile des Taijiquan, die sich zunächst als Familiensysteme entwickelten. Die bekanntesten sind der Chen-, Yang-, Wu- und Sun-Stil

Das Yangstil Taijiquan geht wie erwähnt auf Yang Luchan (1799-1872) zurück. Er lebte der Legende nach im Hause von Chen Changxin (1771-1853) aus der 14. Generation der Chen Familie als Diener oder sogar als Leibeigener.

Hier soll er über längere Zeit heimlich das Training der Chen Familie beobachtet haben und selbst geübt haben. Als dies bemerkt wurde bzw. seine Fähigkeiten entdeckt wurden, wurde er in die Schülerschaft aufgenommen.

Dieses war ein für die damalige Zeit ein sehr außergewöhnlicher Vorgang, denn eigentlich wurden Selbstverteidigungs- und Kampftechniken nur an Mitglieder der eigenen Familie weitergegeben.

In späteren Jahren verließ Yang Luchan die Chen Familie und lebte in Peking, wo er begann zu unterrichten. Yang Luchan ist somit der erste, der Taijiquan außerhalb der Chen Familie unterrichtet hat.

Es ist davon auszugehen, dass Yang Luchan und seine Nachkommen noch einige Zeit sehr ähnliche Formen geübt haben, wie die des Chenstils. Erst als zu Beginn des 20. Jahrhunderts die traditionellen Waffen und Kampftechniken an Bedeutung verloren, erfolgte eine stärkere Orientierung in Bezug auf die gesundheitliche Wirkung der Übungen, was zu der heute bekannten langsamen gleichförmigen und ruhigen Bewegungsführung führte.

Heute ist das Yangstil Taijiquan die weltweit am meisten verbreitete und bekannte Stilrichtung des Taijiquan. Im Laufe der Jahre wurden neben den traditionellen Formen Kurzformen entwickelt. Die bekannteste ist die sogenannte Peking- oder 24er Form.

Taijiquan in der SV Gifhorn – eine über 20jährige Geschichte

Das Taijiquan (chinesisch) 太極拳 / 太极拳 Tàijí Quán, auch Tai-Chi Chuan (abgekürzt Tai-Chi) oder chinesisches Schattenboxen genannt, ist eine im Kaiserreich China entwickelte Kampfkunst, die heutzutage von mehreren Millionen Menschen weltweit praktiziert wird und damit zu den am häufigsten geübten Kampfkünsten zählt. In der Volksrepublik China werden einzelne Bewegungsabläufe (Formen) aus dem Taijiquan als Volkssport praktiziert.

Ursprünglich ist Taijiquan eine sogenannte innere Kampfkunst (chinesisch 內家拳 Nèijiāquán, kurz neijia) für den bewaffneten oder unbewaffneten Nahkampf. Vor allem in jüngerer Zeit wird es häufig als System der Bewegungslehre oder der Gymnastik betrachtet, das der Gesundheit, der Persönlichkeitsentwicklung und der Meditation dienen kann. Der eigentliche Kampfkunstaspekt tritt vor diesem Hintergrund immer häufiger zurück und verschwindet bisweilen ganz.

Heute praktizieren Millionen Menschen auf der ganzen Welt Taijiquan. Jeder von ihnen legt dabei unterschiedliches Gewicht auf die verschiedenen Aspekte der Kampfkunst. Die meisten praktizieren es überwiegend aus gesundheitlichen Gründen, zur Entspannung oder zur Meditation. Speziell in China hat sich gerade bei den Jüngeren das Taijiquan als Sportart für den Wettkampf verbreitet. Nur ein kleiner Teil der Anhänger betreibt es in erster Linie als Kampfkunst zur Selbstverteidigung oder als Lebensweg.

Im Zentrum des Übens stehen meistens eine oder mehrere sogenannte Formen (chinesisch 套路 Tàolù), klar umschriebene Abläufe aufeinander folgender, meist fließend ineinander übergehender Bewegungen. Die grundlegenden Formen sind Einzelformen, bei denen jeder Übende die Bewegungen für sich ausführt. Die Formen stellen dabei oft den Kampf gegen einen imaginären Gegner dar, daher stammt auch die inzwischen selten verwendete Bezeichnung chinesisches Schattenboxen für das Taijiquan. Überwiegend wird die Form synchron in der Gruppe geübt und auch im Unterricht führen Lehrer und Lernende die Form in der Regel gleichzeitig aus.

Eine Form setzt sich aus mehreren „Bildern“ (Einzelbewegungen) zusammen, die in ihrer Abfolge festgelegt sind. Die Bilder tragen sehr unterschiedliche Namen, die die Anwendung der Bewegung betonen (beispielsweise „Fersenkick rechts“, chinesisch  右蹬脚 Yòu dēng jiǎo), die den Charakter der Bewegung beschreiben (beispielsweise „einfache Peitsche“ (chinesisch 单鞭 dān biān)), oder die eher poetisch zu lesen sind (beispielsweise „Der weiße Kranich breitet seine Flügel aus“ (chinesisch 百鹤亮翅 Bǎi hè liàng chì) oder „Die Mähne des Wildpferdes teilen“ (chinesisch 野马分鬃 Yěmǎ fēn zōng)). Da die verschiedenen  Schriftzeichen häufig weitere Nebenbedeutungen besitzen, haben die Namen für Kenner der Schriftzeichen oft eine tiefere Bedeutung als ihre Übersetzung ausdrücken kann.

Viele Formen werden nach der Anzahl ihrer Bilder benannt, so zum Beispiel die 24-Bilder-Form („Pekingform“) oder die 37-Bilder-Form („Kurzform nach Zheng Manqing ( 鄭曼青 Zhèng Mànqīng, 1899–1974)“). Die längsten Formen haben über 100 Bilder (beispielsweise die „Yang-Stil Langform“ nach Yang Chengfu mit 108 Bildern). Die Ausführung der Form kann von wenigen Minuten bis zu eineinhalb Stunden dauern, je nach Anzahl der Bilder und Geschwindigkeit der Ausführung. Obwohl Taijiquan-Formen meistens langsam und ruhig ausgeführt werden, gibt es je nach Stil, Form und Erfahrung des Übenden große Unterschiede. Allen Formen ist gemeinsam, dass der Ablauf jeder Bewegung mit der Atmung in Gleichklang gebracht wird. Dadurch gelingt es dem Übenden, seinen Pulsschlag zu beruhigen und eine Stimmung innerer Gelassenheit zu erleben, die noch Stunden nac h Abschluss der Übung anhalten kann

Mit einer Briefmarke fing es an.

Unser chinesischer Freund, Professor Li Leshan, den Ludwig auf einem Briefmarken-Großtauschtag in Braunschweig kennen gelernt hatte, berichtete uns vor etwas mehr als 20 Jahren, dass in Wolfsburg ein chinesisches Ehepaar lebe, das Wushu und Taijiquan unterrichten würde und in China ziemlich berühmt wäre.

Unser Interesse war groß, und so lernten wir Frau Lin Qiuping und ihren Mann, Herrn Li Yanlong kennen.

Bald war klar, dass Frau Lin, dreifache Weltmeisterin und achtfache chinesische Landesmeisterin in Taijiquan bei uns in der SV unterrichten würde. Dadurch wurde die SVG der vermutlich erste Sportverein Deutschlands, der Taiji als Vereinssport-art anbieten konnte.

Am 5.9.1992 fand dann der erste Trainingsabend in der Turnhalle der Albert-Schweitzer-Schule, Am Bauernkamp, statt. Das genaue Datum habe ich deshalb im Kopf, weil das gleichzeitig der 18. Geburtstag unseres Sohnes war, allein deshalb vor 20 Jahren ein besonderer Feiertag.

Die Halle war mit ca. 70 Leuten überfüllt. Lin Qiuping sprach noch kein Wort Deutsch; Frau Waechter übersetzte Wort für Wort, und das fortan jede. Freitag für einen ziemlich langen Zeitraum.

An den folgenden Trainingsabenden kamen dann weniger Teilnehmer, aber immer noch genügend, um eine feste Trainingsgruppe zu installieren.

Da Frau Lin damals noch keinen Führerschein hatte, organisierten wir innerhalb der Trainingsgruppe, dass sie jeden Freitag abgeholt und wieder nach Hause gebracht wurde. Inzwischen fährt sie schon lange selbst und spricht sehr gut deutsch.

Aber man sieht, wir waren total motiviert und engagiert – und sind es immer noch.

Noch in der Endphase ihrer Mutterschaft (Sohn David ist jetzt 17 Jahre alt) ging das Training ohne sie weiter. Thilo Papen bot Taiji an – und Lin war nach einigen Monaten auch wieder da.

Neben zahlreichen öffentlichen Auftritten gab es in den 20 Jahren zwei absolute Highlights; zum einen im Jahre 1996 einen Auftritt beim BUDO-Festival in der GRUGA-Halle Essen, an dem unter anderen Hardy Pillokeit, Ching Chih Waechter und unsere Tochter Juliane teilnahmen; zum anderen das Erringen des Titels im September 2001 beim European Open WUSHU und TAIJI Festival. Eine Auswahl unserer Trainingsgruppe punktete dort mit der Fächerform, für die Trainedrin völlig unerwartet.

Seit 1998 wurde auch das Chen-Stil Taijiquan in der SV Gifhorn angeboten.  Bis zum Jahr 2004 leitete Thilo Papen das Training. In dieser Zeit fanden regelmäßige Seminare mit Jan Silberstorff, dem Ausbildungsleiter der WCTAG in Gifhorn statt. Aus beruflichen Gründen konnte Thilo Papen das Training ab Sommer 2004 nicht fortführen. Seit dieser Zeit übernahm Michael Barth das Training, der bei Jan Silberstorff die Ausbildung zum Kursleiter ( der WCTAG ) absolviert hatte.

Inzwischen bietet Thilo Papen (jetzt Ausbilder der WCTAG) wieder regelmäßige Wochenendseminare in Gifhorn an.

Trainingsabende sind montags, mittwochs und freitags. Manchmal findet auch noch ein Sonntags-Taiji statt. Unsere Taijigruppen haben derzeit 60 Mitglieder.

Zum Schluss möchte ich mich bei Lin Qiuping ganz herzlich dafür bedanken, dass sie den Freitag Abend zu etwas ganz besonderen für uns macht. Ebenso herzlichen Dank an Michael und an Bianca für ihr ständiges Engagement.

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